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Heisser Draht

Seit genau 25 Jahren beantworten Expertinnen des Schweizer Krebstelefons nunmehr Fragen von krebskranken Menschen. Jährlich erreichen sie 5900 Anfragen – drei Mal mehr als in den Angangsjahren.

In der Schweiz werden jedes Jahr 41 700 Menschen von Krebs befallen, jede(r) Dritte ist 65 bis 74 Jahre alt. So hart die Diagnosen die Neuerkrankten treffen und deren Leben aus den Fugen heben: Die Therapien sind mittlerweile erstaunlich fortgeschritten. 64 Prozent überleben den Erstbefund mindestens fünf Jahre – viele davon sogar weit länger.

Was trotz aller Fortschritte der Medizin geblieben ist: die vielen Fragen, die eine Diagnose aufwirft. Wie genau setzt die spezifische Krebserkrankung dem Körper zu, mit welchen Ausfällen und anderen Konsequenzen sind zu rechnen? Wie wirken sich diese auf den Alltag aus? Welche Therapien sind zweifelhaft? Zwar bieten mittlerweile diverse Spitäler Krebssprechstunden an. Doch die erfahrenste Institution im Umgang mit Krebskranken ist zweifelsohne das kostenlose Krebstelefon der Krebsliga. Dieses wurde vor genau 25 Jahren gegründet. Die Beraterinnen sind allesamt ausgebildete Pflegefachfrauen mit Zusatzausbildungen in Onkologie und Psychoonkologie.

Neue Therapien, alte Fragen

1995, im Gründungsjahr des Krebstelefons, war der Beratungsdienst täglich drei Stunden in Betrieb – mittlerweile sind die Expertinnen zehn Stunden erreichbar. Darüber hinaus besteht für Interessierte die Möglichkeit, per Mail Rat einzuholen oder sich in einem orchestrierten Chat mit anderen Patientinnen und Patienten auszutauschen. Ein durchschnittliches Gespräch dauert 20 Minuten, die Beratung per Mail rund 30 Minuten.

Die Nachfrage ist (leider) gross: 5900 Anfragen werden jährlich eingereicht – rund vier Mal mehr als in den Anfangsjahren. Rund ein Drittel davon beziehen sich auf die Krankheit selbst, 44 Prozent zum Leben mit Krebs. Selbst «Modeerscheinungen» wie Saftkuren und Diäten, die einen positiven Effekt auf den Krankheitsverlauf versprechen, ordnen die Expertinnen ein. Möglichst nahe am Leben – und in einer Sprache, die alle verstehen.

Zum 25-Jahre-Jubiläum hat das Krebstelefon eine kostenlose Broschüre aufgelegt. Darin berichten Betroffene, welche Fragen sie zum telefonischen Hilfedienst geführt haben. Zwei Brüder erzählen, wie ihre demente Mutter mit 98 an Krebs erkrankte und sie via Krebstelefon «neutrale, medizinische Informationen» über mögliche Untersuchungen und Therapien einholen wollten. Eine 70-Jährige, die aufgrund ihres Krebses eine Brust entfernen lassen musste, informierte sich bei den Fachleuten über den Wiederaufbau der Brust – und entschied sich in der Folge dagegen. 

Der Fragekatalog der Ratsuchenden ist gross und breit. Das Ziel aller Krebstelefon-Beratungen ist: Menschen ernst nehmen und diesen Halt und Unterstützung geben. «Diesem Bekenntnis bleiben wir auch die nächsten 25 Jahre treu», schreibt Daniela de la Cruz, CEO Krebsliga Schweiz, in der Jubiläumsbroschüre.

Falls auch Sie Fragen zu einer Krebserkrankung und deren Folgen haben: Das kostenlose Krebstelefon ist unter Tel. 0800 11 88 11 erreichbar. Sie können die Expertinnen auch per Email kontaktieren: helpline@krebsliga.ch

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