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Wie sich beim Auto spären lässt (ZL 3-2008)

Das eigene Fahrzeug gehört heutzutage für viele Menschen einfach zum Leben - auch wenn das nicht ganz billig ist. Wer aber die richtigen Kniffe kennt, kann seine Autokosten ganz erheblich senken.

 

Von Alfred Ernst*/Zeitlupe

 

Die hohen Treibstoffpreise scheinen Herrn und Frau Schweizer das Autofahren nicht zu vergällen. Dies zeigt der Blick auf die Verkaufsstatistiken des Automobilgewerbes sowie auf den Benzin- und Dieselverbrauch.

 

Dass der eigene Wagen ein teurer Spass ist, gilt aber nicht erst seit dem Höhenflug des Ölpreises. Anschaffung und Unterhalt schlagen selbst bei Kleinwagen schnell einmal mit 500 oder mehr Franken Monatskosten zu Buche. Mit dem Kauf ist es ja nicht getan. Da das Fahrzeug der Alterung ausgesetzt ist, egal, ob es gefahren wird oder in der Garage steht, muss der stolze Besitzer quasi schon für das nächste Auto zu sparen beginnen, wenn er sein neues Gefährt abholt. Experten gehen von jährlichen Amortisationskosten von etwa 12 Prozent des Neuwagenwerts aus.

 

Nicht zu unterschätzen sind neben den variablen Treibstoff- und Servicekosten auch die anderen fixen Auslagen. Die Kosten für Parkieren, Versicherungen und Strassenverkehrssteuern, Vignette und Zubehör fallen an, ob das Auto viel oder wenig bewegt wird. Zudem wird bei einem späteren Verkauf oder Eintausch ein unterdurchschnittlicher Tachostand im Preis in der Regel nur bescheiden honoriert. Das Alter ist meistens entscheidender.

 

Zum Glück lassen sich die Kosten steuern. Das fängt schon beim Kauf an. Schweizer Automobilisten stehen im Ruf, bei Motorisierung und Ausstattung nach dem Motto «klotzen statt kleckern» zu handeln. Dass es anders geht, zeigen Untersuchungen in den Nachbarländern, wo öfter als hierzulande die Basisvariante und der kleinstmögliche Hubraum eines Fahrzeugtyps geordert wird. Unumgänglich und mit Blick auf den Klimawandel aktueller denn je ist vor dem Kauf die Frage, welches Fahrzeug für den eigenen Bedarf nötig und sinnvoll ist.

 

Diese Betrachtung umfasst auch die Treibstoffart. Dieselfahrzeuge verbrauchen weniger, sind in der Anschaffung aber etwas teurer. Gemäss einer Faustregel des TCS lohnt sich ein Dieselmotor, wenn der Wagen pro 1000 Franken Mehrpreis auf 100 Kilometer Strecke mindestens 1,5 Liter weniger Sprit verbraucht als der gleiche Benziner.

 

Ob die Wahl auf einen Neuwagen oder eine Occasion fällt, hat ebenfalls grosse finanzielle Konsequenzen. Je nach Marke und Modell ist ein Auto nach zwei Jahren nur noch die Hälfte wert. Mit zunehmendem Alter fällt der jährliche Wertverlust weniger dramatisch aus. Zudem ist die Betrachtung aus versicherungstechnischer Sicht etwas anders. Derweil sich bei einem neuen Auto wegen der hohen Investitionssumme eine Vollkaskoversicherung fast aufdrängt, reicht bei einem älteren Wagen unter Umständen die deutlich günstigere Teilkasko-Deckung. So oder so gilt beim Autokauf die Devise: Feilschen gehört dazu!

 

Entscheidend fürs Portemonnaie ist auch die Wahl der Finanzierung. Etwa jedes zweite Auto in der Schweiz dürfte geleast sein. Für den Geschäftsgebrauch macht das Sinn. Für Private, welche die Leasingraten nicht als Betriebsaufwand verbuchen können, ist es in vielen Fällen billiger, den fahrbaren Untersatz zu kaufen. Selbst ein Kredit (mit bis zu 15 Prozent Jahreszins allerdings kein Pappenstiel) oder die Erhöhung einer nicht ausgeschöpften Hypothek können günstiger sein. Denn beim gekauften Auto entscheidet allein der Besitzer über die Art der Versicherung, die Nutzung, und er oder sie kann die Schuldzinsen vom steuerbaren Einkommen abziehen.

 

Das geleaste Fahrzeug ist dagegen mit Auflagen belastet (etwa Zwang zur Vollkaskoversicherung, Kilometerbeschränkung), und die Kosten sind steuerlich nicht absetzbar. Zudem kann ein Auto gesetzlich bedingt längstens 48 Monate geleast werden. Dann kann es allenfalls zum Restkaufpreis erworben werden.

Fazit: Der eigene Wagen ist nie billig, aber wer die Hausaufgaben macht, kann die Kosten seinem Budget anpassen.

  

 

Nützliche Links Wer nur gelegentlich ein Auto benötigt, ist unter Umständen mit Mobility gut bedient: www.mobility.ch

Suchen und Vergleichen von Neu- und Occasionswagen und von Versicherungsprämien: www.comparis.ch

Bewertung von Gebrauchtwagen durch die Firma EurotaxGlass's in Freienbach SZ: www.eurotaxglass.ch  

Den Service gibts auch schriftlich.

 

Literaturhinweis

K-Tipp-Ratgeber: «Das eigene Auto: So fahren Sie am günstigsten», 2. Auflage 2007, 151 Seiten, ca. CHF 29.–.

 

 

*Alfred Ernst ist Mitglied der Geschäftsleitung der unabhängigen Vermögensverwaltungsgesellschaft Salmann Investment Management in Zürich. Nach verschiedenen Stationen im Bankgeschäft arbeitete er viele Jahre im In- und Ausland als Redaktor von Finanz und Wirtschaft und Cash. Danach war er während zehn Jahren als selbtstständiger Finanzberater und Kolumnist tätig. Alfred Ernst besitzt eidgenössische Diplome als Finanzanalytiker und Vermögensverwalter wie auch als Finanz- und Anlage-Experte. Von 2002 bis 2008 hat er in der Zeitlupe Fragen ums Geld erörtert.