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Wer zu warm oder zu kalt schläft, träumt weniger

Forschende der Universität Bern konnten belegen, dass gewisse Nervenzellen im Gehirn die REM-Phasen unseres Schlafes steuern – im Zusammenhang mit der Raumtemperatur.

© Bild von Pixabay

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Wenn wir am tiefsten schlafen, ist unser Gehirn sehr aktiv. In der sogenannten REM-Phase bewegen sich unsere Augen oft und schnell, Beine oder Arme zucken, die Atmung wird schnell und unregelmässig. Und: Wir träumen. Äusserst interessant: Es ist auch die Phase, in der unser Körper seine Temperatur nicht mehr steuern kann. Dieser Verlust sei einer der rätselhaftesten Eigenschaften des Schlafs überhaupt, sagt Markus Schmidt vom Department for Biomedical Research der Universität Bern und der Universitätsklinik für Neurologie am Berner Inselspital.

Der Körper verliert damit eine lebenswichtige biologische Funktion, denn er kann uns nicht mehr vor sinkenden oder steigenden Aussentemperaturen schützen, schreiben die Berner Forschenden in ihrer Medienmitteilung. Die von Markus Schmidt vorgeschlagene Hypothese besagt, dass der Körper damit versucht, das während der REM-Phase sehr aktive Gehirn zu unterstützen. Anders gesagt: Wenn die Raumtemperatur ideal ist, kann der Körper pro Nacht möglichst viele REM-Phasen durchlaufen – im Normalfall ein Viertel unserer Schlafzeit. Wer also im Winter in einem zu warmen Zimmer schläft, dürfte weniger träumen als solche, die ihre Heizung auch mal zurückstellen. Die ideale Temperatur liegt bei 16 bis 18 Grad für junge und 18 bis 20 Grad für ältere Menschen.

Die Berner Studie ist im «Current Biology»-Journal veröffentlicht worden. Verantwortlich für die Regelung der REM-Phasen sind laut Markus Schmidt und seinem Team bestimmte Nervenzellen im Zwischenhirn, die viele Körperfunktionen steuern. Die Forschenden konnten erstmals belegen, dass der REM-Schlaf abhängig von diesem sogenannten Melanin-konzentrierenden MCH-Hormonsystem ist. Das sei auch deshalb bedeutend, weil die REM-Phasen für viele Gehirnfunktionen wie etwa das Langzeitgedächtnis eine wichtige Rolle spiele.

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