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Wenn es im Ohr klopft und rauscht

Tinnitus kann Betroffene zur Verzweiflung treiben: Jede und jeder Zehnte ist bei uns mehr oder weniger stark davon betroffen. Was für die störenden Geräusche verantwortlich ist und wie man sie behandeln kann, erklärt Andreas Schapowal, Hals-Nasen-Ohren-Arzt aus Landquart.

 

 

Wasser, Welle

 

 

 

Wie kann sich ein Tinnitus-Leiden äussern?

Tinnitus bezeichnet jede Art von Ohr- oder Kopfgeräusch. Es kann ein Pfeifen, Rauschen, Zischen oder Klopfen sein. Nicht verwechseln sollte man Tinnitus mit einer Geräuschüberempfindlichkeit (Hyperakusis): Dabei werden bislang nicht störende Umweltgeräusche plötzlich als unangenehm laut wahrgenommen.

 

 

Was sind die häufigsten Ursachen für Tinnitus?

Ohrerkrankungen wie ein Schmalzpfropf, eine Mittelohrentzündung oder eine Schwerhörigkeit, eventuell altersbedingt. Beim Morbus Menière besteht neben dem Tinnitus und der Schwerhörigkeit noch Schwindel. Auch Bewegungseinschränkungen der Kiefergelenke oder der Halswirbelsäule sowie psychische Erkrankungen wie eine Depression oder Angststörung können Tinnitus auslösen.

 

 

Ist Tinnitus ein psychologisches oder ein neurologisches Problem?

Ein psychologisches, da es um Wahrnehmungen und Bewertungen geht, und ein neurologisches, da Hirnaktivitäten verändert sind. Bei schwergradiger Betroffenheit liegt immer eine psychische Begleiterkrankung vor, die es zu diagnostizieren und mit Psychotherapie behandeln gilt.

 

 

Welche Personen sind vermehrt davon betroffen – besonders sensible oder

besonders gestresste?

Negativer Stress, Mobbing oder Burnout können Tinnitus auslösen und verstärken. Es gibt allerdings keine «Tinnitus-Persönlichkeit». Jeder und jede kann betroffen sein, zum Beispiel durch einen Autounfall mit Airbag-Knalltrauma und Innenohrschaden.

 

 

Was für therapeutische Massnahmen gibt es und wovon hängt ihr Einsatz ab?

Bei akutem Tinnitus wird Kortison kurzfristig und hoch dosiert eingesetzt. Ferner gibt man durchblutungsfördernde Medikamente wie zum Beispiel Ginkgo-Blattextrakte, um die Sauerstoffversorgung des Innenohrs zu steigern. Bei mittel- oder hochgradiger Schwerhörigkeit ist die Hörgeräteversorgung die Therapie der Wahl.

 

 

 

Dr. med. Andreas Schapowal Privatdozent Dr. med. Andreas Schapowal ist Facharzt für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde in Landquart.

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