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Warum die Lungenkrankheit COPD nicht nur Raucher betreffen kann

Rund 400 000 Menschen leiden in der Schweiz an der Lungenkrankheit COPD. Die Erkrankung kann zwar nicht geheilt werden, ihr Verlauf lässt sich aber mit den richtigen Massnahmen positiv beeinflussen. Der Lungenfacharzt Martin Frey* erklärt, warum der Verzicht aufs Rauchen grundlegend ist.

Illustration, Symbolbild Lunge

Illustration, Symbolbild Lunge

 

 

Der Lungenfacharzt Martin Frey* erklärt, warum der Verzicht aufs Rauchen grundlegend ist.

 

 

Wofür steht die Abkürzung COPD?

Das ist die Abkürzung für den englischen Begriff «Chronic Obstructive Pulmonary Disease». Die deutsche Übersetzung «Chronisch obstruktive Lungenkrankheit» ist in der Bevölkerung wenig bekannt. Es kommt dabei zu einer chronischen Entzündung der Atemwege und zur Zerstörung des Lungengewebes, wodurch sich die Atemwege dauerhaft verengen.

 

Haben Betroffene dadurch Atemnot?

Atemnot kann tatsächlich eine Folge der COPD sein, zuerst nur bei Anstrengung, später auch in Ruhe. Am Anfang steht oft aber der hartnäckige Husten, manchmal von Auswurf begleitet, weil in den entzündeten Atemwegen die Schleimproduktion erhöht ist. Bei fortschreitender Erkrankung ohne Therapie kommt es im Verlauf zu Abmagerung und Muskelschwäche, Angstzuständen und Depressionen oder gar zum Tod durch Lungenversagen.

 

Ist COPD eine reine Raucherkrankheit?

Der sogenannte Raucherhusten als Folge eines Tabakkonsums zeigt sich tatsächlich häufig am Anfang der Erkrankung, er stellt allein aber noch keine COPD dar. Auch Nichtraucherinnen und Nichtraucher können an COPD erkranken. Länger andauernde Reizungen der Lunge mit Schadstoffen – wie starke Belastungen mit Staub in der Landwirtschaft oder im Bergbau –  sowie gefährliche Gase am Arbeitsplatz, können ebenfalls Auslöser sein. Ausserdem gibt es genetische Faktoren.

 

Wie kommt man zu einer Diagnose?

Ein Husten, der mehr als zwei bis drei Monate dauert, weist auf eine chronische Bronchitis hin und kann somit auch ein Hinweis auf COPD sein. Im Gespräch mit dem Patienten erkundigt sich der Arzt oder die Ärztin nach möglichen Schadstoffen. Ein relativ einfacher Lungenfunktionstest, die Spirometrie, gibt genau Auskunft über die Enge in den Atemwegen. Schliesslich wird meistens noch ein Röntgen zum Ausschluss von anderen Erkrankungen gemacht.

 

Lässt sich COPD behandeln?

Heilen lässt sich die Krankheit leider nicht. Einmal zerstörtes Lungengewebe kann man nicht mehr «reparieren». Durch Vermeiden der Krankheitsauslöser lässt sich der Verlauf aber relevant verbessern und das Fortschreiten der COPD verlangsamen. Das bedeutet Rauchstopp bei Rauchern, Maske tragen oder Umgebung wechseln in anderen Fällen. Medikamente in Spray- und Pulverform zum Inhalieren erweitern die Bronchien, lindern die Symptome und stabilisieren die Erkrankung. Bei fortgeschrittenen Fällen kann eine Sauerstoffheimtherapie nötig sein.

 

 

 

Portrait Martin Frei, Chefarzt Pneumologie, Klinik, Barmelweid AG*Martin Frey ist Chefarzt Pneumologie an der Klinik Barmelweid AG.