Kontakt

Redaktion Zeitlupe
Schulhausstrasse 55
Postfach 2199
8027 Zürich

Tel. 044 283 89 13

infoanti spam bot@zeitlupeanti spam bot.ch

» Kontaktformular

» Adressänderung mitteilen

Schütze dich vor fremdem Blut

Wer seine Blutarmut vor Operationen selbst kurzfristig therapieren lässt, profitiert mehrfach. Das beweist eine gross angelegte Studie aus Zürich.

Blutplasma

© geralt/ unsplash

 

Wer vor einer grösseren Operation steht, sollte seine Blutwerte besonders genau analysieren lassen. Denn wie eine neue, gross angelegte Studie zeigt, profitieren Patientinnen und Patienten doppelt, wenn sie Blutarmut vor dem Eingriff behandeln lassen – und dadurch das Risiko für Bluttransfusionen möglichst klein halten. Denn so lebensrettend Transfusionen sein können: Fremdes Blut bedeutet für die Empfängerin, den Empfänger stets auch eine Belastung und kann zu Komplikationen wie Herzinfarkt, Schlaganfall, Organversagen oder Infektionen führen – selbst bei optimierter Verträglichkeit.

 

In einer gross angelegten Doppelblindstudie zeigen Forscherinnen und Forscher des Instituts für Anästhesiologie am Universitätsspital Zürich nun auf, dass kurzfristige Therapien zur Verbesserung der Blutwerte, Transfusionen während und nach Operationen erst gar nicht mehr nötig machen. In der Studie wurden 1006 Patientinnen und Patienten vor einer geplanten Herzoperation erfasst. Rund die Hälfte davon litt unter Blutarmut (Anämie) und/oder unter Eisenmangel. Wurden diese Makel kurz vor der OP umfassend behandelt, zeigten die Probanden deutlich bessere Hämoglobin- und Reticulozytenwerte als jene der Kontrollgruppe – und waren in der OP entsprechend erst gar nicht auf Bluttransfusionen angewiesen.

Das sogenannte «Patient Blood Management» versucht seit längerem, die Gabe von Fremdblut zu minimieren. Entsprechende Massnahmen sind beispielsweise schonende Operationstechniken und die Aufbereitung und Rücktransfusion von Blut, das während der Operation verloren geht. Auch Blutanalysen vor der geplanten Operation gehören dazu, um Mängel zu erkennen und allenfalls mit Medikamenten zu behandeln. Denn Blutarmut ist einer der grössten Risikofaktoren für Bluttransfusionen während oder nach Operationen.

 

Die Studie zeigt nun auf, wie stark selbst kurzfristige Therapie greifen. Prof. Donat R. Spahn, Direktor des Instituts für Anästhesiologie am Universitätsspital Zürich und Leiter der Studie, sieht in den Ergebnissen der Studie einen grossen Fortschritt für eine gefährdete Patientengruppe: «Jede Bluttransfusion weniger bedeutet, dass die Belastung und das Risiko für die Patientinnen und Patienten sinken. Unsere Studie bestätigt, dass wir auch mit einer kurzfristigen präoperativen Behandlung die Blutwerte der Patienten noch massiv verbessern können.» Der Experte verweist auch auf andere positive Effekte: «Weniger Blutprodukte bedeuten auch weniger Kosten. Den sparsamen und sorgfältigen Umgang mit Blutprodukten schulden wir überdies auch den Spenderinnen und Spendern.»