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Sanfte Hilfe für Katz, Hund & Co.

Haustiere tun Körper, Geist und Seele wohl, sie sind Tröster in der Not und lenken von den Alltagsorgen ab. Doch auch sie bleiben oft nicht von gesundheitlichen Beschwerden verschont. Die Tierhomöopathie kann in vielen Fällen dazu beitragen, dass es unseren Lieblingen schon bald wieder besser geht.

Schildkröte, Vogel und Hund

Schildkröte, Hund und Vogel

Frau Rutschmann*, worauf basiert die Tierhomöopathie?
Sie basiert auf der Homöopathie, wie sie vom Arzt Samuel Hahnemann begründet wurde und bei den Menschen angewendet wird.  Hahnemann stiess bei seiner Arbeit durch Zufall auf einen Artikel über Chinarinde, die gegen Malaria helfen sollte. Da er an dieser Theorie zweifelte, nahm er als Gesunder Chinarinde ein und entwickelte dadurch Malaria-ähnliche Symptome. Dies war die Geburtsstunde der Homöopathie, die durch den Leitsatz «Ähnliches mit Ähnlichem behandeln» beschrieben werden kann.

 

Werden alle homöopathischen Mittel am Menschen getestet?
Ja. Dazu nimmt ein gesunder Mensch die homöopathische Arznei ein, bis er Symptome entwickelt. Diese Symptome werden genau aufgeschrieben, ausgewertet und zusammengefasst. Diese Zusammenfassung bildet die Arzneimittellehre, welche in der Homöopathie hilft, die Lebewesen nach dem Ähnlichkeitsprinzip zu behandeln. Es gibt heute ein breites Spektrum an homöopathischen Mittel – so werden Pflanzen, Tiere, Mineralien und andere Materialien zu Arzneien verarbeitet. Die homöopathischen Mittel werden durch Verreibung, kombiniert mit Verdünnung und Verschüttelung, hergestellt.

 

Worin besteht denn das Ziel einer homöopathischen Behandlung?
Es handelt sich um eine ganzheitliche energetische Behandlungsform, die darauf abzielt, die Lebenskraft zu stärken und so die Selbstheilungskräfte anzuregen. Bei einem gesunden Lebewesen ist die Lebenskraft in Balance. Kommt die Lebenskraft jedoch durch äussere Einflüsse wie zum Beispiel schlechte Ernährung, Stress, unpassende Wohnsituation oder Krankheitserreger aus dem Gleichgewicht, zeigt sich dies je nach Schweregrad in körperlichen und/oder psychischen Symptomen wie zum Beispiel Hautausschläge, Husten, Durchfall oder einer Verhaltensänderung.

 

Lässt sich dies noch etwas deutlicher veranschaulichen?
Man kann sich die Lebenskraft wie einen Baum vorstellen. Ist dieser gesund, steht er mit tief verankerten Wurzeln und trotzt jedem Sturm. Ist er jedoch geschädigt, ist ein Angriff von aussen nicht mehr einfach verkraftbar, und er wird verwundbar. So steht der Baum nach einem Sturm nicht mehr gerade, sondern schief in der Landschaft. Die Energie, die es benötigt, um ihn wieder in seine ursprüngliche Form zu bringen, ist das homöopathische Mittel.

 

Wann darf man die Homöpathie anwenden?
Homöopathie ist universell bei allen Lebewesen einsetzbar, sei dies bei Mensch, Tier oder auch Pflanzen. Die Homöopathie lässt sich als alternative oder kombiniert zur westlichen Medizin einsetzen.

 

Können Sie einige Anwendungsgebiete nennen?
Homöopathie kommt bei Tieren beispielsweise bei akuten und chronischen Erkrankungen von Kopf bis Pfote zum Einsatz. So zum Beispiel bei:

 

  • Problemen des Bewegungsapparates, Verdauungsbeschwerden, Problemen der Atemwege, Herzbeschwerden, hormonellen Problemen, Beschwerden der Fortpflanzungsorgane, Blasen- und Nierenerkrankungen, Verletzungen und deren Folgen, Allergien
  • Erkrankungen in Kombination mit Verhaltensproblemen und Gemütsveränderungen, beispielsweise bei Beschwerden durch Kummer, Ängste, Stereotypien, Unsauberkeit
  • Problemen rund um die Geburt und beim Start ins Leben
  • Beschwerden nach chirurgischen Eingriffen oder schulmedizinischen Behandlungen
  • Sterbebegleitung


Welches ist die Herausforderung bei der Behandlung von Tieren?
Sie besteht oft darin, dass Symptome wie die Art des Schmerzes (klopfend, stechend, pulsierend) nicht zur Verfügung stehen, da sich die Tiere diesbezüglich nicht mitteilen können. Jedoch können Tierhalterinnen und -halter durch genaues Beobachten ihrer Tiere viele Symptome und Hinweise dem Tierhomöopathen mitteilen.

 

Wie muss man sich eine homöopathische Behandlung für Tiere vorstellen?
Diese beginnt immer mit einer ausführlichen Anamnese, bei welcher der Tierhalter oder die Tierhalterin dem Tierhomöopathen die Probleme des Tieres schildert. Danach wird der Tierhomöopath weitere Fragen stellen, um die ganzheitliche Situation des Tieres erfassen zu können. Ausserdem wird er das Tier beobachten und untersuchen, um weitere hilfreiche Eindrücke und Informationen zu erhalten. Nach der Anamnese sichtet der Tierhomöopath seine Notizen und pickt sich die auffallenden, absonderlichen und charakteristischen Symptome heraus, um diese im Repertorium nachzuschlagen.

 

Was ist das genau?
Das Repertorium ist die Sammlung aller möglichen auftretenden Symptome mit den dazugehörigen Mitteln. Ziel des Nachschlagens ist es, die passendste homöopathische Arznei für den Patienten zu finden.


Arbeiten Tierhomöopathen auch mit «klassischen» Tierärzten zusammen?
Die Zusammenarbeit mit den Tierärzten ist in vielerlei Hinsicht begrüssenswert. So kann kein Tierhomöopath einen Chirurgen ersetzen, aber das Tier homöopathisch nach einer Operation unterstützen. Weiter helfen auch die Blutwertanalyse oder Röntgenbildbefunde der Tierärzte dem Tierhomöopathen weiter.

 

In welchen Fällen stösst die Tierhomöopathie an ihre Grenzen?
Limitationen finden sich in unpassenden Haltungs- und Lebensbedingungen, bei unausweichlichen chirurgischen Eingriffen, aber auch beim Wissen des Therapeuten oder in der Lebenskraft des tierischen Patienten. Niemand kann für ewig hier bleiben und manchmal bedeutet Heilung Sterben dürfen. Doch auch in der letzten Phase des Lebens kann man mit Homöopathie eine Tier begleiten und Schmerzen oder Ängste lindern.

 

Welche Nebenwirkungen hat Homöopathie?
Bei korrekter Anwendung keine. Bei unsachgemässer Anwendung können aber auch homöopathische Arzneimittel Nebenwirkungen haben. Unter Nebenwirkungen versteht der Homöopath bzw. die Homöopathin Symptome, die dem Patienten fremd sind. Dies ist zu unterscheiden von der sogenannten Erstverschlimmerung (Verstärkung bereits bestehender Symptome), die während des Heilungsprozesses auftreten kann. Wichtig ist, dass man sein Tier von einer gut ausgebildeten Fachperson betreuen lässt.

 

Ist der Beruf Tierhomöopath/Tierhomöopathin denn nicht geschützt?
Nein, das ist er nicht. Der Homöopathie Verband Schweiz (HVS) garantiert aber, dass seine Mitglieder eine fundierte Ausbildung in Homöopathie und Medizin vorweisen können und regelmässig an Weiterbildungen teilnehmen. Eine Liste der Mitglieder finden sie auf der Webseite des Verbandes (Opens external link in new windowwww.hvs.ch) oder kann im Sekretariat angefordert werden.


*Katrin Rutschmann führt seit 2011 eine fahrende tierhomöopathische Praxis und ist Mitglied der HVS-vet Kommission, die sich innerhalb des Homöopathieverbandes Schweiz (HVS) für die Klassische Tierhomöopathie einsetzt. Der HVS vertritt als Berufsverband die Interessen praktizierender klassischer Homöopathen gegenüber den Behörden und sorgt für die Qualitätssicherung bei den von ihm anerkannten Therapeutinnen und Therapeuten. Weitere Infos: Opens external link in new windowwww.hvs.ch