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Metabolisches Syndrom: Gefährliche Kombination

Das Metabolische Syndrom wird auch «tödliches Quartett» genannt, weil es unbehandelt lebensbedrohliche Folgen haben kann. Als wichtigster Faktor gilt Übergewicht mit einer bauchbetonten Fettverteilung. Dr. med. Martin Sykora erklärt, warum Bauchfett gefährlich ist und wie man dagegen vorgehen sollte.

Mann mit dickem Bauch

 

Mann mit dickem Bauch

 

 

Wofür steht der Begriff «Metabolisches Syndrom»?

Dieser 1998 von der World Health Organization WHO definierte Begriff bezeichnet eine schwere Stoffwechselstörung, die eine Kombination darstellt aus übermässigem Körpergewicht mit besonders viel Bauchfett, erhöhtem Blutdruck, gestörter Zuckerverwertung und erhöhten Blutfetten. Es müssen allerdings nicht alle vier Kriterien zutreffen, damit ein Metabolisches Syndrom vorliegt.

 

Handelt es sich dabei um eine neu entdeckte Krankheit?

Früher wurden Bluthochdruck, Diabetes oder Cholesterin einzeln behandelt, Übergewicht wurde als schicksalhaft hingenommen. Durch die Erkenntnis, dass diese «Einzelerkrankungen» einen gemeinsamen Mechanismus besitzen und zusammen zu gefährlichen Herz-Kreislauf-Problemen führen können, erhält das Metabolische Syndrom heute mehr Aufmerksamkeit.

 

Wie kommt es dazu?

Im Vordergrund steht das Übergewicht. Durch das Fettgewebe werden Hormone und Entzündungsbotenstoffe in den Körperkreislauf abgegeben, welche Blutgefässe und Organe schädigen können und auch die Entstehung von Krebs fördern. Von Übergewicht spricht man bei einem Body-Mass-Index (BMI) von 25 oder mehr, wobei der BMI nichts über die Fettverteilung aussagt.

 

Warum ist gerade das Bauchfett so gefährlich?

Das Bauchfett, auch viszerales Fett genannt, ist deshalb gefährlich, weil die schädlichen Botenstoffe direkt in die Leber gelangen, ein zentrales Organ für Zuckerhaushalt und Fettstoffwechsel. Männer neigen dazu, Fett insbesondere als Bauchfett abzulegen. Nach der neusten Definition der Internationalen Adipositas-Vereinigung gilt bei Männern ein Bauchumfang von mehr als 94 cm als problematisch, bei Frauen steigt das Risiko ab 80 cm Bauchumfang.

 

Woraus besteht die Therapie?

Für die einzelnen Erkrankungen gibt es Medikamente: Insulin bei Diabetes, Antihypertonika gegen Bluthochdruck, Statine bei hohen Fettwerten. Ein wichtiger Schlüssel ist jedoch die Reduktion des Übergewichts, damit können alle Einzelkrankheiten verbessert oder gar geheilt werden. Da bei krankhaftem Übergewicht der Abnehmerfolg mit konservativen Mitteln auf die Dauer nur etwa drei bis vier Prozent beträgt, sollten auch operative Behandlungsmethoden (Magenbypass oder Magenschlauch) bei besonderes schweren Fällen ins Auge gefasst werden, damit sich die Stoffwechselstörung normalisieren kann.

 

 

Martin Sykora, Leiter Adipositaszentrum Zentralschweiz und Chefarzt der Chirurgie am Kantonsspital NidwaldenMartin Sykora, Leiter Adipositaszentrum Zentralschweiz und Chefarzt der Chirurgie am Kantonsspital Nidwalden