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«Ich reagiere allergisch auf mein Büsi»

Prof. Dr. Claude Favrot, von der Klinik für Kleintiermedizin an der Universität Zürich erklärt, was sich hinter einer «Katzenallergie» versteckt und wie man damit umgehen kann.

Illustration einer Katze mit Augenbinde

 Illustration einer Katze mit Augenbinde

 

 

«Kürzlich wurde bei mir eine Katzenallergie festgestellt. Muss ich für mein geliebtes Büsi nun ein neues Zuhause suchen oder gibt es Möglichkeiten, dass es trotzdem bei mir bleiben darf?»

 

 

Antwort von Prof. Dr. Claude Favrot*

 

 

Eine «Katzenallergie» richtet sich nicht gegen die Haare der Katze sondern gegen Proteine (Eiweisse) im Speichel der Katze. Durch das Lecken gelangen diese Proteine jedoch auf das Fell. Bevor Sie die Katze umplatzieren, sollten Sie überprüfen, ob die «Katzenallergie» wirklich die Hauptursache Ihrer Probleme ist. Dies ist dann bestätigt, wenn es Ihnen in einer Umgebung ohne Katzen deutlich besser geht.

 

Vorsicht gilt bei der Unterscheidung einer Allergie von einer Sensibilisierung: Man kann im Test positiv auf Katzen reagieren, also sensibilisiert sein, ohne dass man klinische Probleme hat. Das heisst, dass jedes positive Testergebnis klinisch bestätigt werden muss.

 

Man kann versuchen, mit einfachen Massnahmen Abhilfe zu schaffen:

1. Die Katze regelmässig bürsten so dass sie ihre Haare nicht überall in der Wohnung verteilt.

2. Der Katze den Zutritt zu den Zimmern, wo Sie sich häufig aufhalten – vor allem das Schlafzimmer ­ verweigern.

 

Wenn die Katzenallergie wirklich bestätigt ist und diese Massnahmen keine Verbesserung bringen und wenn die klassischen Medikamente nicht ausreichend helfen, ist es vernünftiger, die Katze umzuplatzieren.

Ein Team der Universität Zürich ist gerade dabei eine «Impfung» zu entwickeln, die die Zukunft von Menschen mit Katzenallergie stark verbessern könnte: Die Forschungsgruppe hat ein Mittel gefunden, welches die Freisetzung des antigenen Speichelproteins verhindert und somit die Katzen nicht mehr allergen macht. Allerdings ist dieses Mittel leider derzeit noch nicht auf dem Markt.

 

 

*Prof. Dr. Claude Favrot, Leiter der Abteilung für Dermatologie, Klinik für Kleintiermedizin der Vetsuisse Fakultät, Universität Zürich