Kontakt

Redaktion Zeitlupe
Schulhausstrasse 55
Postfach 2199
8027 Zürich

Tel. 044 283 89 13
Fax 044 283 89 10

infoanti spam bot@zeitlupeanti spam bot.ch

» Kontaktformular

» Adressänderung mitteilen

Für welche Tiere brauche ich eine Haltebewilligung?

Wer ein Tier hält, ist für dessen Wohlergehen verantwortlich. Hierzu gehört insbesondere auch, ihm eine möglichst angemessene Betreuung und Umgebung zu bieten, damit es seine artspezifischen Bedürfnisse ausleben kann. Weil dies vor allem bei Wildtieren eine äusserst anspruchsvolle Aufgabe darstellt, ist für die Haltung zahlreicher Arten eine kantonale Bewilligung notwendig.

Chamäleon

Chamäleon

 

 

Das Halten von Tieren bedeutet immer eine grosse Verantwortung. Die Tiere sind ihren Halterinnen und Haltern oftmals vollständig ausgeliefert und darauf angewiesen, dass diese ihre in der Tierschutzgesetzgebung festgehaltenen Pflichten korrekt wahrnehmen. Insbesondere die Haltung von Wildtieren setzt genaue Kenntnisse ihrer Bedürfnisse und ihres natürlichen Verhaltens voraus. Als Wildtiere werden jene Arten bezeichnet, die nicht vom Menschen domestiziert wurden und in ihren Verhaltensweisen und ihrer Fortpflanzung daher weitgehend unbeeinflusst von ihm geblieben sind.

 

Wildtierhaltungen sind oftmals bewilligungspflichtig

Weil Wildtiere kaum an ein Leben in menschlicher Obhut angepasst sind, besteht bei ihnen ein besonderes Risiko, dass sie durch eine nicht fachgerechte Haltung stark in ihrem Wohlergehen beeinträchtigt werden. Ihre gewerbsmässige Haltung, beispielsweise in Zoos, Zirkussen, Tierpärken und ähnlichen Einrichtungen untersteht daher stets einer Genehmigungspflicht. Aber auch die private Haltung zahlreicher Wildtiere ist nur mit der Bewilligung des kantonalen Veterinärdiensts zulässig.

 

Für welche Wildtiere es eine Haltegenehmigung braucht, wird in der Tierschutzverordnung aufgelistet. Dazu gehören beispielsweise alle (Wild-)Säugetiere, mit Ausnahme von einheimischen Insektenfressern (etwa die Spitzmaus) und Kleinnagern wie Hamster oder Meerschweinchen. Eine Bewilligung braucht auch, wer unter anderem Leguane, Chamäleons, Giftschlangen, mehr als drei Meter lange Riesenschlangen oder Fische, die in freier Natur mehr als einen Meter lang werden können, halten möchte. Die Kantone können zudem aus sicherheitspolizeilichen Gründen die Haltung besonders gefährlicher Tiere für genehmigungspflichtig erklären.

Stiftung für das Tier im Recht (TIR) – Rat von den Experten: Haben Sie Fragen rund um das Tier im Recht? Kontaktieren Sie uns unter infoanti spam bot@tierimrechtanti spam bot.org oder unter der Telefonnummer 043 443 06 43. Weitere Informationen finden Sie unter www.tierimrecht.org.

 

Ausbildungspflicht für Halter

Die Bewilligungserteilung ist von bestimmten Voraussetzungen abhängig: Verlangt werden unter anderem eine tiergerechte Haltung und eine Unterkunft, die bezüglich der Grösse, den Schutz- und Futterplätzen den gesetzlichen Anforderungen entspricht. Die Haltegenehmigung kann zudem mit Bedingungen und Auflagen (beispielsweise betreffend Tierart, Anzahl Tiere, Haltung, Fütterung, Pflege oder tierärztlichen Betreuung) verbunden werden.

 

Wer bewilligungspflichtige Tiere hält, muss zudem meist eine Ausbildung absolvieren, deren Umfang davon abhängt, wie anspruchsvoll die Haltung der betreffenden Art ist. Im Zweifelsfall sollte man sich beim kantonalen Veterinärdienst erkundigen, ob für die Haltung eines bestimmten Wildtieres eine Bewilligung oder eine besondere Ausbildung erforderlich ist.

 

 

 

 

  

Christine Künzli, MLaw, stv. Geschäftsleiterin und Rechtsanwältin Stiftung für das Tier im Recht (TIR)Christine Künzli, MLaw, stv. Geschäftsleiterin und Rechtsanwältin Stiftung für das Tier im Recht (TIR)