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Flecken können Leben retten

Eine Studie der Universitäten Zürich und Penn State hat gezeigt: Giraffenmütter vererben ihr Fellmuster an ihre Jungen. Dies kann über Leben und Tod entscheiden.

© Foto von David Clode auf Unsplash (Lewa Wildlife Conservancy, Isiolo, Kenia)

© Foto von David Clode auf Unsplash (Lewa Wildlife Conservancy, Isiolo, Kenia)

© Foto von David Clode auf Unsplash (Lewa Wildlife Conservancy, Isiolo, Kenia)

 

Die Savanne ist kein Spielplatz. Nur gerade eineinhalb Jahre haben Giraffenkälber Zeit, um sich an der Seite ihrer Mutter ans harte Leben südlich der Sahara zu gewöhnen. Dann sind sie auf sich alleine gestellt. Dabei kann nicht nur ihre Grösse und Stärke entscheidend sein, ob sie dann überhaupt noch am Leben sind, sondern offenbar auch die Form des Fleckenmusters auf ihrem Fell. Dieses ist, wie beim Menschen der Fingerabdruck, einzigartig. 

 

Wie nun Forschende der Universität Zürich und der amerikanischen Penn State Universität beweisen konnten, haben «neugeborene Giraffen mit grösseren und unregelmässig geformten Flecken in den ersten Lebensmonaten grössere Überlebenschancen». Die Wissenschafter vermuten, dass die Giraffen dadurch besser getarnt sind. Eine Rolle könnte auch spielen, dass sie ihre Mutter besser am Muster erkennen oder gewisse Muster eine bessere Temperaturregulierung zulassen. Das Fleckenmuster verändert sich im Leben eines Giraffen nicht mehr. «Zwei von elf gemessenen Fleckenmerkmalen bei Müttern und Jungen waren signifikant ähnlich», so eine Erkenntnis.

 

«Wir konnten zeigen, dass die Fleckenmuster das Überleben von jugendlichen Giraffen beeinflussen und vererbbar sind», fasst Monica Bond zusammen. Sie ist die Letzt-Autorin der Studie und Doktorandin der Evolutionsbiologie und Umweltnaturwissenschaften an der Universität Zürich. Die Vererbbarkeit hatte 1968 bereits die erste Giraffenfeldforscherin Anne Innis bewiesen, jedoch in einer kleinen Zoo-Population und nicht – wie nun in der neuen Studie – anhand von wilden Giraffen. Diese verständigen sich übrigens mit Lauten im Infraschallbereich, die für uns Menschen nicht hörbar sind.