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Die Mutprobe

Ums Änziloch im Napfgebiet ragen sich viele Legenden. Der Film «Das Mädchen vom Änziloch» erzählt vom nachdenklichen Bauernmädchen Laura, das von dieser Felsschlucht fasziniert ist und seinen Platz im Leben sucht.

«Das Mädchen vom Änziloch»

Filmszene aus «Das Mädchen vom Änziloch»

 

Alle reden immer vom Änziloch. Die einen haben Laura erzählt, in der 200  Meter tiefen Schlucht lebe eine verbannte Jungfrau. Andere meinen, sie kehre als Geist zurück, wenn sie hinabsteige. Die 12-Jährige, Hauptfigur des Dokumentarfilms «Das Mädchen vom Änziloch», glaubt das alles nicht so recht und schreibt in ihr Tagebuch: «Ich kenne nur ein Mädchen, das sich dort hinunterwagte. Nachher ging es ins Kloster.» Es sind Sätze wie diese, die bewirken, dass man den Film von Alice Schmid und dessen Stimmung je länger, je mehr mag.

 

Filmszene aus «Das Mädchen vom Änziloch»

 

Laura wächst in einer abgelegenen Welt auf. Die Tiere sind ihre einzigen Freunde. Man fühlt mit, wenn sie schreibt, dass sie sich am meisten jemanden zum Reden wünscht und sich am liebsten ihre «Dickheit» wegzaubern würde. Als der 14-jährige Thom bei Lauras Familie den Landdienst absolviert, scheint ein wenig die Sonne. Thom ist so lieb, dass nicht einmal Ponys vor ihm Angst haben. Das Änziloch fasziniert auch ihn. Er sagt, der Jungfrau sei es sicher langweilig. Laura schreibt ins Tagebuch: «Hoffentlich will er nicht runter!» Die Regisseurin Alice Schmid, wie Laura aus Romoos, erzählt auch ihre eigene Geschichte. Sie ist bis heute magisch vom Änziloch angezogen.

 

Bald ist Thom wieder aus Lauras Leben verschwunden, und als er ihre Zuschriften ignoriert, schreibt sie per SMS, dass sie ihn nicht vermisse. Wohl in einer Mischung aus Frust und Trotz wagt Laura ihr grösstes Abenteuer – und steigt in den «Kessel» runter, wie damals Alice Schmid.

 

Filmszene aus «Das Mädchen vom Änziloch»

 

 

«Das Mädchen vom Änziloch», CH 2016. 87 Minuten. Jetzt im Kino, Vorschau unter Opens external link in new windowwww.aliceschmid.ch