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Damit das Essen nicht sauer aufstösst

Die Refluxkrankheit plagt bei uns etwa ein Drittel der Bevölkerung mehr oder weniger stark – häufig wegen einer ungünstigen Ernährungsweise. Prof. Jürg Metzger beantwortet die fünf wichtigsten Fragen zu saurem Aufstossen und Sodbrennen.

Personen beim Abendessen

gemeinsames Abendessen

 

 

Ist saures Aufstossen und Sodbrennen gleichbedeutend mit Reflux? Ab wann liegt eine Erkrankung vor?

Die Symptome «saures Aufstossen» und «Sodbrennen» sind gleichbedeutend mit einem Rückfluss (lateinisch Reflux) von Magensäure in die Speiseröhre. Diese Beschwerden treten bei vielen gesunden Menschen gelegentlich nach üppigen Abendmahlzeiten auf eventuell in Kombination mit zusätzlichem Alkoholkonsum. Eine Erkrankung liegt dann vor, wenn ein Patient regelmässig und häufig an diesen Symptomen leidet. Die Ursache dafür ist meistens eine Schwäche des unteren Speiseröhren-Schliessmuskels.

 

Wie wird ein Reflux diagnostiziert?

Die Diagnose lässt sich eigentlich durch die oben erwähnten typischen Symptome wie saures Aufstossen und Sodbrennen stellen. In einer ersten Phase kann diesen Patienten ohne weitere Diagnostik ein Medikament (Magensäureblocker) verabreicht werden. Verschwinden die Symptome unter dieser Behandlung nach wenigen Wochen, kann in der Regel auf eine weitere Abklärung verzichtet werden. Verschwinden die Symptome unter korrekter Therapie hingegen nicht oder treten sie nach Absetzen der Medikamente rasch wieder auf, sind weitere Abklärungen notwendig. Die Gold-Standard-Untersuchungsmethode ist die Magenspiegelung (Gastroskopie), weil damit auch allfällige andere Ursachen für die Beschwerden wie beispielsweise gut- oder bösartige Geschwüre diagnostiziert werden können.

 

 

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

An erster Stelle steht heute die medikamentöse Behandlung mit Magensäureblockern. Bei Patienten, bei denen die medikamentöse Therapie nicht erfolgreich ist, die schwere Säureschäden an der Speiseröhre erlitten haben oder nicht über lange Jahre Medikamente schlucken möchten, gibt es auch eine operative Behandlungsmöglichkeit. Die Operationstechnik ist die sogenannte Fundoplikatio. Dabei wird mittels Schlüssellochchirurgie der obere Anteil des Magens (Fundus) von der Milz gelöst und anschliessend um die untere Speiseröhre gelegt und vernäht und damit eine Art neuer Schliessmuskel gebildet.

 

 

Die säurehemmenden Medikamente sollen zwar auch bei längerer Einnahme unbedenklich sein, heisst es.

Es ist tatsächlich so, dass die meisten Patientinnen und Patienten, die jahrelang säurehemmende Medikamente einnehmen müssen, praktisch keine Nebenwirkungen erleiden. Diese Medikamente beeinflussen die Aufnahme von Vitaminen oder Mineralstoffen oder andere Stoffwechselvorgänge nicht. Es sind in der Regel jüngere Menschen, die nicht ihr Leben lang täglich eine Tablette einnehmen möchten, und sich deshalb eher für eine Operation entscheiden.

 

 

Wenn man keine Behandlung vornimmt, muss man dann mit einer Verschlimmerung der Symptome und des Gesundheitszustandes rechnen?

 

Prinzipiell kann man die Refluxbeschwerden auch mit sogenannten «Lifestyle»-Veränderungen behandeln. Dies sind zum Beispiel Verzicht auf üppige Abendmahlzeiten sowie auf Alkohol und Nikotin, Hochstellen des Bettendes und Gewichtsabnahme. Wenn ein Patient an regelmässigen Refluxbeschwerden leidet und diese nicht behandelt im Sinne einer Magensäureblockade, kann es im Langzeitverlauf zu schweren Refluxschäden an der Schleimhaut der Speiseröhre kommen. Dies kann im schlimmsten Fall dazu führen, dass sich in der durch die Magensäure veränderten Schleimhaut der Speiseröhre ein Speiseröhrenkrebs entwickelt.

 

Prof. Jürg Metzger Prof. Jürg Metzger ist Chefarzt Viszeralchirurgie am Kantonsspital Luzern