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Allzu viel ist ungesund

Sonne auf der Haut tut gut – sie wärmt und regt die Bildung von körpereigenem Vitamin D an sowie via Zirbeldrüse im Gehirn die Ausschüttung von Glückshormonen. Zu viel Sonne kann aber schaden, erklärt der Dermatologe Reinhard Dummer.

Vier Damen beim Sonnenbad

 

 

Welche Art von Hautschäden werden hauptsächlich durch das Sonnenlicht verursacht?


Wir unterscheiden zwischen Hautschäden, die unmittelbar nach hohen UV-Mengen auftreten, und denen, die nach langjähriger Lichteinwirkung erscheinen. Zu den Sofortschäden gehört zunächst einmal der Sonnenbrand, der bis zu Blasenbildung führen kann. Wichtig ist aber auch die Sonnenallergie, wenn Medikamente oder Kosmetika auf der Haut zusammen mit Sonnenlicht zu Allergien führen. Zu den chronischen Hautschäden gehört zunächst die Hautalterung, bei welcher die Haut dünn wird, Falten bildet und weniger Fette produziert, sowie die verschiedenen Hautkrebserkrankungen.

 

Lassen sich früher verursachte Schäden wieder reparieren?
Unsere Haut hat erstaunliche Anpassungsfähigkeiten an das Sonnenlicht entwickelt. Diese Reparaturmechanismen können jedoch bei wiederholten Schäden nicht alles reparieren. So sagt man, dass viele Sonnenbrände in der Kindheit und Jugend das Risiko für späteren Hautkrebs deutlich erhöhen.

 

Man hört immer wieder, dass der schwarze Hautkrebs zunimmt. Warum? Erwiesenermassen nimmt der schwarze Hautkrebs, wie auch alle anderen Hautkrebserkrankungen (Basalzellkarzinom, Plattenepithelkarzinom der Haut, Merkelzellkarzinom der Haut) zu. Ein wichtiger Punkt ist das höhere Durchschnittsalter der Bevölkerung. Ein weiteres Problem ist wahrscheinlich die Zunahme der UV-Strahlung durch häufige Ferien in sonnenreichen Gebieten. Auch Solarien tragen dazu bei.

 

Genügen Sonnencremen, um die Haut vor UV-Strahlen zu schützen?
Die regelmässige Anwendung von Lichtschutzmitteln in Cremeform genügt bei weitem nicht, um sich vor UV-Strahlen zu schützen. Viel wichtiger ist vernünftiges Verhalten wie die Siesta während mehrerer Mittagsstunden, adäquate Kleidung aus möglichst feinmaschigen und dunklen Textilien einschliesslich Hut sowie eine gute Sonnenbrille.

 

Worauf sollte man bei der Wahl eines Sonnenschutzmittels achten?
Ein gutes Lichtschutzmittel sollte einen hohen bis sehr hohen Lichtschutzfaktor aufweisen (30 und höher), daneben sollte die Grundlage des Lichtschutzmittels an den individuellen Hauttyp und an die zu behandelnde Körperstelle angepasst sein. So empfiehlt sich bei der Anwendung im Gesicht in der Regel ein fettfreies Lichtschutzmittel. Das Auftragen von Sonnencreme ist übrigens auch dann angezeigt, wenn man schon gebräunt ist.

 

 

 

Portrait Reinhard DummerReinhard Dummer ist stellvertretender Klinikdirektor Dermatologie und Leiter des Hauttumorzentrums am Universitätsspital Zürich