Kontakt

Redaktion Zeitlupe
Schulhausstrasse 55
Postfach 2199
8027 Zürich

Tel. 044 283 89 13
Fax 044 283 89 10

infoanti spam bot@zeitlupeanti spam bot.ch

» Kontaktformular

» Adressänderung mitteilen

Aggressive Schildkröten – woran könnte das liegen?

Professor Jean-Michel Hatt von der Klinik für Kleintiermedizin an der Universität Zürich erklärt, weshalb Schildkröten aggressiv werden können und was sich dagegen tun lässt.

Schildkröte (c) Karin Negele

Schildkröte (c) Karin Negele

 

«Wir haben zwei Schildkröten, die bislang immer friedlich zusammengelebt haben. Nun greift die eine die andere plötzlich an. Was ist bloss mit ihr los und wie kann man diese Aggressionen verhindern?»

 

 

Antwort von Professor Jean-Michel Hatt*

 

Vermutlich sind die Schildkröten geschlechtsreif geworden, das erfolgt bei den häufig gehaltenen Landschildkröten je nach Körpergewich mit ca. 400 – 700 Gramm. Wenn die Tiere nun aggressiv gegeneinander sind, könnte es durchaus sein, dass es sich um zwei Männchen handelt. In der Population besteht ein grosser Überhang an Männchen.

 

Es könnte aber auch sein, dass es sich um ein Pärchen handelt. Die Männchen sind aber oft etwas überschwängliche Liebhaber und drangsalieren die Weibchen oftmals intensiv. Das an den Tag gelegte Verhalten gehört zum natürlichen Verhalten, verhindern lässt es sich nicht.

 

Eine grosszügige Anlage, in der sich die Tiere auch aus den Augen gehen können, ist eine wichtige Voraussetzung für eine Gemeinschaftshaltung. Sollte es allerdings trotzdem zu Aggressionen und sogar Verletzungen durch Bisse kommen, dann bleibt oft nur das Separieren der Schildkröten.

 

Diskutiert wurde vor einigen Jahren der Einsatz von Hormonimplantaten, im Sinne einer chemischen Kastration. Diese haben sich allerdings nicht bewährt. Ein neuer Ansatz könnte in Zukunft die Kastration sein. Wobei dies zur Zeit erst in Einzefällen gemacht wird und die langfristige Wirkung auf das Verhalten noch nicht bekannt ist.

 

 

*Prof. Jean-Michel Hatt, Direktor der Abteilung für Zoo-, Heim- und Wildtiere an der Klinik für Kleintiermedizin an der Universität Zürich